Muttertag
Heute ist Muttertag. Ich habe meine Mama angerufen und mich von Herzen bedankt, dass sie durchgehalten und mich und meine Schwester so liebevoll grossgezogen hat. Das sie ihre Bedürfnisse zurückgestellt und weitergemacht hat und drangeblieben ist. Tapfere Mütter von damals.
Ich wäre heute an diesem Sonntag gerne alles andere als Mutter. Gäbe es die Möglichkeit würde ich heute sogar lieber im Regen an der Bushaltestelle sitzen und ein Buch lesen. Aber als Alleinerziehende bin ich 24/7 Gewehr bei Fuss.
Marla war die letzten beiden Tage krank und dann ist die Betreuung in der Nacht noch zusätzlich nervenaufreibend. Wenn ich etwas gar nicht abkann, dann ist es Schlafentzug. Wer steht den schon gerne um 6 Uhr irgendwas auf um das kuschelig warme Bett endgültig zu verlassen? Klönen auf höchstem Niveau, mag ja sein, aber es ist Fakt, das Muttergefühle auch Erholung brauchen. Ein Lügner wer behauptet eine Mutter lächelt den ganzen Tag selig ihr Kind an. Nein es ist eher so, das einige Momente am Tag darauf hinaus laufen, weglaufen zu wollen. Einfach weg von der stupiden Beschäftigung mit einem Kleinkind.
Dem ewigen hinterherräumen, aufwischen, Rotz abputzen und tausend kleine Anfragen entweder abzuschmettern und konsequent zu bleiben oder Wünsche zu erfüllen. Und nun streiken die KITAs. Kein Hoffnungsschimmer, morgen das Kind wieder in andere Hände geben zu können. Unbefristet soll gestreikt werden, lieber Staat hau die Kohle raus und lass mein Kind wieder wenigstens für sieben Stunden am Tag in der Kitagruppe toben.
Die Vormittage sind besonders schlimm, der Tag steht noch ganz frisch mit vielen Stunden auf dem Flur und ich bin nicht bereit. Ich habe keine Lust.
Nun reiss dich mal zusammen, das würden zumindest unsere Grossmütter sagen. Mach ich ja. Ich werde durchhalten, weitermachen und hoffentlich auch eines Tages wie meine Mama mir am Telefon sagte, sagen können:"Es hat sich gelohnt. Eine bessere Tochter kann ich mir nicht wünschen."